Brünn

Die Partnerstadt des

Leipziger Opernballs 2018

Am 13. Oktober entführt der Leipziger Opernball 2018 seine Gäste in unser Nachbarland Tschechien. „Ahoj Česko“ heißt das diesjährige Thema anlässlich des 100-jährigen Gründungsjubiläums der ersten Tschechoslowakei. Außerdem feiern wir 25 Jahre Städtepartnerschaft zwischen Leipzig und Brünn. Denn nicht nur Tschechien soll am Abend des Opernballs gefeiert werden, sondern auch unsere Partnerstadt Brünn. Partnerstadt, Musik- und Wagnerstadt, eine historische Tradition als Handels-, Messe- und Industriemetropole.

Eine stolze unabhängige Bürgerschaft, die mit ihren Stadtpalästen sich und ihrer Stadt ein bauhistorisches Denkmal setzte. Universitätsstadt und Sitz oberster Gerichte – das kommt Ihnen bekannt vor? All das finden wir nicht nur in Leipzig, sondern auch in Brünn. Dass die beiden Partnerstädte weit mehr gemeinsam haben, als zunächst angenommen, zeigt sich deutlich bei einem Besuch in Brünn. Neugierig geworden? Begleiten Sie uns auf einen Streifzug durch die Partnerstadt des Leipziger Opernballs 2018!

Zu Besuch in Brünn: unsere Tipps für Sie

GO TO BRNO – AUF NACH BRÜNN

Gerade einmal fünf Autostunden trennen Leipzig und Brünn. Am besten reist man mit dem Auto über Dresden und Prag an. Brünn liegt im Zentrum Europas, aber doch irgendwie „zwischen“ Wien und Bratislava. Die touristische Nummer 1 für Reisende ist immer noch Prag – dabei braucht Brno (wie Brünn im tschechischen und englischen heißt) den Vergleich zur tschechischen Hauptstadt nicht zu scheuen. Die diesjährige Partnerstadt des Leipziger Opernballs hat mit seinen knapp 400.000 Einwohner einiges zu bieten.

GEMEINSAM GEWACHSEN – VIELFALT (ER)LEBEN: BRÜNNS ALTSTADT

Brünn „die kleine Schwester Prags“ blickt auf eine bewegte Geschichte als ehemalige Hauptstadt des Königreichs des Mährens, Handelsmetropole und Industriestadt zurück. Einflüsse aus der böhmischen, mährischen, jüdischen Kultur und der Roma Bevölkerung geben der Stadt ein multikulturelles Flair. Eine Besonderheit: Seit 1991 ist Brünn Heimat des weltweit einzigen Museums für Romageschichte.

Die Altstadt von Brünn mit seinen Gassen und Plätze, flankiert von bürgerlichen Renaissancepalästen, wird im Süden überragt vom gotischen Dom Peter und Paul. Praktisch, denn wer sich verirrt, kann sich an den zwei Kirchentürmen orientieren. Von dort oben hat man übrigens den besten Blick über die Stadt!

Der Westen der Altstadt wird von der Burg Špilberk begrenzt: Innerhalb der Burgmauern kann man im Stadtmuseum mehr über die bewegte Vergangenheit unserer Partnerstadt erfahren.

DER KRAUTMARKT

Obst und Gemüse kauft man in Brünn ganz klassisch auf dem Markt. Der Bekannteste ist der Krautmarkt Zelný trh. Er liegt in der Brünner Altstadt und bietet beste regionale Lebensmittel.

Die eigentliche Besonderheit des Krautmarktes liegt sechs bis acht Meter unter dem eigentlichen Marktplatz. Etwas über 200 Stufen führen in das unterirdische Brünn, in ein mittelalterliches Labyrinth aus Gewölben und Kellern, die, vor der Erfindung des Kühlschranks, als Lagerort für Waren der Brünner Händlern dienten und manchem Apotheker und Alchimist als Labor. Im Laufe der Geschichte wurden die Kellergewölbe vielfach umgenutzt und sind erst seit 2009 für die Öffentlichkeit zugänglich.

Wenn Tschechen genießen, tun sie dies im Sitzen. Die To Go Mentalität lässt man bewusst links liegen. Trotzdem ist das hippe „Streetfood“ den Brünnern nicht fremd: 2017 wurde die Městska Tržnici, die Städtische Markthalle unter dem Namen TRŽNICI BRNO, als Markt Brünn wiedereröffnet. Der Genusstempel bietet nicht nur jungen Foodies (und besagtem Streetfood) ein zu Hause, sondern auch einen Ort an dem leicht verderblichen Lebensmittel verkauft werden können.

ARCHITEKTONISCHE ZEUGNISSE – INDUSTRIESTADT BRÜNN

Brünn war und ist wichtige Handelsmetropole. Als ehemalige Hauptstadt des Königreichs Mährens und durch seine geographische Lage im Zentrum Europas, spielte und spielt Brünn als Handels- und Industrieplatz eine wichtige Rolle. Wirtschaftliche Entwicklung geht meist einher mit einem Bauboom, das kennen wir aus Leipzig. Auch Brünn hat eine „textile“ Vergangenheit. Wer jetzt an kulturelle Hotspots wie die Baumwollspinnerei oder die Lofts in den Buntgarnwerken denkt, wird enttäuscht. Brünn setzt eher auf Fabrikantenvillen statt auf umfunktionierte Industriegebäude.

VILLA TUGENDHAT

Wie kein anderes Bauwerk ist die Villa Tugendhat Zeugnis der textilen Vergangenheit der Stadt. Die Villa des jüdischen Textilfabrikanten Fritz Tugendhat wurden in den 1930er Jahre von Mies van der Rohe erbaut und entstand damit parallel zum wohl berühmtesten Bauwerk des Architekten dem Barcelona Pavillon. Als UNESCO Welterbe der modernen Architektur ist die Villa ein moderne Wohntraum auf über 200qm und zu Recht das bekannteste und meist besuchte Bauwerk der Stadt. Aber Achtung: der Zugang zum Domizil der Familie Tugendhat erfolgt ausschließlich im Rahmen von Führungen. In den Sommermonaten muss man manchmal sechs bis acht Wochen auf eines der begehrten Tickets warten.

VILLA STIASSNI

Zur gleichen Zeit erbaut und noch nicht ganz so überlaufen, ist die von einem Brünner Architekten erdachte Stiassni Villa. Nach der Flucht ins Exil der ebenfalls jüdischen Bauherren, wurde die Villa vom späteren Staatspräsidenten der Tschechoslowakei genutzt und erhielt den Beinamen „Regierungsvilla“. Trotz der berühmten Konkurrenz ist sie einen Besuch wert, in ihr logierten wichtige Politiker bei Staatsbesuchen, wie zum Beispiel der kubanische Staatspräsident Fidel Castro.

BRÜNN GENIESSEN

CAFÉ ERA

Sightseeing macht müde und hungrig – was wäre da besser als eine kurze Verschnaufpause in einem der zahlreichen Cafés in der Brünner Innenstadt. Die Kaffeehauskultur ist ein Erbe der Habsburger, Wien ist schließlich nur 2 Stunden entfernt von Brünn.

Wer nach der Villa Tugendhat und der Stiassni Villa noch nicht genug von tollem Design „Made in Tschechischen“ hat, kann seinen Kaffee und Kuchen im Café Era einnehmen. Das funktionalistische Café wurde 1928/29 nach den Plänen des Brünner Architekten Josef Kranz erbaut und besticht durch leuchtende Farben in De Stjil Tradition und besitzt die wohl meist fotografiertest Caféhaustreppe Brünns.

Brünn hat sechs Universitäten und rund 85.000 Studenten, die Stadt ist jung, dynamisch und in Bewegung. Auch kulinarisch können die Tschechen inzwischen mehr als Gulasch und Klöße. Internationales Flair gibt es nicht nur in der Stadt, sondern vor allem auf den Tellern.

Darauf dürfen Sie sich als Gast des Leipziger Opernballs freuen. Neben tschechischer Kultur, möchten wir Ihnen unser Partnerland auch kulinarisch näherbringen. Im Gepäck haben wir einen jungen, Brünner Koch: Pavel Rohoška. Gemeinsam mit unserem Opernballcaterer Gerd Kastenmeier, kreiert der Chef de Cuisine aus Brünn für Sie das Galamenü des Opernballs ganz im Sinne von „Ahoj Česko“.

RESTAURANT KONFIT

Pavel Rohoška und sein Team des KONFIT Restaurants sind Teil der jungen Brünner Szene. Ausgebildet in Tschechien, dann hinaus in die weite Welt. Mit Internationaler (Koch)Erfahrung zurück gekehrt, um die Gaumen der Landsleute zu bereichern. Bei Pavel Rohoška gibt es traditionelle Rezepte, gepaart mit beste Zutaten und dem internationalen Flair von europäischen Grandhotelküchen. Ein kulinarisches Niveau gekocht mit tschechischer „Ehrlichkeit“. Freuen Sie sich auf eine Kostprobe am 13. Oktober 2018 beim Leipziger Opernball.

MUSIKSTADT BRÜNN

Und noch eine Gemeinsamkeit haben Brünn und Leipzig. Beide Städte sind stolz auf ihr musikalisches Erbe, in den beiden Musik- und Wagnerstädten spielen und spielten Theater und Oper eine wichtige Rolle. Brünn ist seit 2017 offizielle „Creative City“ der UNESCO. Die Vielfalt und die Verbindung der verschiedenen musikalischen Einflüsse unter Berücksichtigung der unterschiedlichen, kulturellen Gruppen wird in Brünn besonders gepflegt.

Auf kommunaler Ebene findet zwischen den Partnerstädten ein regelmäßiger, musikalischer Austausch statt, hinzu kommen Vereine und Initiativen aus beiden Städten, die oft jahrelange Freundschaften pflegen.

In den Sommermonaten finden in Brünn wie in Leipzig fast jede Woche kostenfreie musikalische OpenAir Veranstaltungen statt. Ende Mai war die Musikstadt Leipzig mit der Licht-Klang-Installation „25 Her(t)z“ zu Gast beim Festival RE:PUBLIKA in Brünn.

OPERNHAUS BRÜNN

Gleich drei Bühnen werden in Brünn bespielt. Das älteste sogenannte Reduta steht seit 1605 am Krautmarkt. Die beiden anderen Theater der Stadt das Mahen-Theater und das Janáček-Theater liegen am nördlichen Ende der Altstadt. Das Janáček-Theater, welches als Opernhaus Brünns fungiert, könnte auf den ersten Blick glatt als Geschwisterchen der Leipziger Oper durchgehen. Wenn das kein Zeichen ist!

Alle Theater in Brünn laden ihre Gäste auf Tschechisch, Englisch und Deutsch ein.